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6 Jahre ist es her, dass ich hier geschrieben habe. Seit dem ist verdammt viel passiert. Das Jahr, das mein Blog bis jetzt behandelt hat... ich kann ohne Zögern sagen, dass es das glücklichste und beste Jahr meines Lebens war. Ich war schon immer jemand, der sich sehr zurückgehalten hat. In meinem Inneren, in meinen Träumen und Sehnsüchten war mein Leben schon immer einfach nur wahnsinnig. Damals, vor 6 Jahren, habe ich auch angefangen einige dieser Träume zu leben, und das mit Erfolg und Genuss. Und dann kam der tiefe Absturz. Und ja, der Absturz war sehr tief. Es hätte noch tiefer gehen können, aber es war tief genug.

Nach der Trennung von meinem Ex bin ich nicht mehr wirklich auf die Beine gekommen. Es gab noch einen zusätzlichen Faktor, aber jedenfalls bin ich nach meinem Bachelor kurz zurück zu meinen Eltern. Und davon habe ich mich bis heute kaum erholt. Ich habe mich zwar anfangs noch begeister in den Master geschmissen, aber der Ehrgeiz und die Beigeisterung haben schon nach zwei Semestern nachgelassen. Ich habe zwar durch den angefangenen Master eine sehr liebe Freundin kennengelernt, aber... egal. Ich hab den Master angefangen und dann im 4. Semester habe ich NICHTS mehr gemacht. Wirklich, ich hab mir immer den besten Stundenplan für ein Semester ausgesucht, die erste Woche, vielleicht noch die zweite, haben auch ganz ok geklappt. Und dann bin ich nicht mehr in die Uni. Oder ich bin in die Vorlesungen und habe die Hausarbeiten für den Schein nicht geschrieben. Oder sonst was. Ich wurde lethargisch, habe vor mich hingesiecht, habe mich komplett gehen lassen. Und das über 2 oder 3 Jahre.

Wie ich den Absprung geschafft habe? Bis heute noch nicht ganz. Meine Eltern haben mir das Studium finanziert und irgendwann haben sie natürlich mitbekommen, dass ich keine Leistung mehr erbracht habe. Sie haben mir das Geld gestrichen. Ich war vorher schon voll in den Miesen, hatte meinen Dispo voll ausgereizt und habe monatlich meine Kreditkarte genutzt, um den wieder auszugleichen. Ein paar Monate hat das funktioniert, aber natürlich nicht auf Dauer. Am Ende habe ich Sachen verschachert um mir noch was zu Essen kaufen zu können. Den Goldschmuck einer angeheirateten (und wieder geschiedenen) Tante, der mir sowieso nicht gestanden hat, hab ich verkauft. Eins meiner Unibücher, an denen mein Herz hing. Ein elektronisches Wörterbuch - wobei ich mir das in der Zukunft von meiner Freundin zurückkaufen werde... Anyway, hätte ich nicht irgendwie geschafft immer wieder die Miete zu überweisen, ich wär wirklich am kompletten Existenzminimum gewesen und kurz vor der Straße. 

Wegen meiner Lethargie war ich auch in Therapie. Gebracht hats nichts. Ich war in einer tiefenpsychologischen Behandlung und meine Therapeutin war nach ca. der 3. Sitzung der Meinung, dass meine Eltern Grund und Ursache allen Übels seien. In der Situation habe ich es genossen mit ner Professionellen über meine Eltern zu lästern. Gebracht hat es mir rein gar nichts. Mein Studium hab ich trotzdem geschmissen und besser ging es mir durch die Therapie auch nicht. Ich hätte primär Verhaltenstherapie gebraucht, um wieder auf die rechte Bahn zu kommen. Aber gut, auch das ist mittlerweile wieder 3 Jahre oder so her, also was solls. 

 

Also, warum schreibe ich nach so langer Zeit wieder hier? Ich habe in mir wieder das Gefühl des Aufbruchs, das ich hatte, bevor ich mich das erste Mal in der SZ angemeldet habe. Ich sehe mittlerweile nicht mehr nur einen Silberstreifen am Horizont, sondern der Sonnenaufgang steht kurz bevor. 

Meine aktuelle Lebenssituation ist zwar mehr als suboptimal, aber die Möglichkeiten, die mir bevorstehen, wenn ich nur darum kämpfe, wenn ich daran arbeite...  die sind schon nicht zu verachten. Ich werde zwar wohl keine Akademikerin und hochverdienende was-auch-immer mehr werden, aber Geld alleine zählt ja auch nicht. Mittlerweile habe ich gelernt, man braucht zwar genug Geld um seine Grundbedürfnisse sorglos befriedigen zu können, alles andere ist aber Luxus, der zwar schön ist, aber nicht sein muss.  Und ich genieße im Moment vor allem, dass ich seit Monaten nicht mal mehr am Dispo gekratzt habe, sondern eindeutig in den schwarzen Zahlen bin. Nur das mit dem Sparen für die Zukunft klappt noch nicht ganz ;-)

Ansonsten... die Einträge vorher waren auch fokussiert auf meine devote Seite und somit mein Sexleben. Dieses ist im Moment nicht-existent, aus den verschiedensten Gründen, und mein Ziel ist im Moment eher die neu-Erfindung meiner selbst. Bzw. die Wiederfindund meiner selbst und die meiner inneren Sklavin.  Aber was für Probleme ich im Moment auch noch aben mag, wie gesagt, dieses Gefühl des Aufbruchs ist in mir wieder so stark, diese Sehnsucht, nicht nur nach der Unterwerfung, sondern nach dem Leben... ich hatte heute Abend das Gefühl es wäre ein guter Anknüpfungspunkt hier wieder anzufangen zu schreiben, um mich zum einen wieder an die "guten alten Zeiten" zu erinnern, aber um auch wieder ein Ventil zu haben und vllt auch wieder mehr Anregung zu haben Tagebuch zu schreiben, um meine Gefühle zu reflektieren, um zu schauen wo ich stehe und zu überlegen wo und wie ich am besten weitermachen kann.

 

In diesem Sinne, allen Lesern ein frohes Neues und ich hoffe das nächste Jahr wird genau umgekehrt wie das letzte Jahr, also vom Tiefpunkt hoch zu einem zufriedenen Leben.

Eure secretary

3.1.15 18:56

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